Konformität

Conformité et gestion de la qualité

Konformität und Qualitätsmanagement

Bauproduktenrichtlinie 89/106/EEC

Die Einführung der Bauproduktenrichtlinie 89/106/EEC durch die Europäische Kommission hat Stahlschutzplankenkonstruktionen in die höchste Klasse eingestuft.

Der Beschluss der EU-Kommission, in Europa einen offenen Binnenmarkt zu schaffen, führte dazu, dass auch für den Produktbereich „Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ (VRS - Vehicle Restrain Systems) einheitliche Prüfbedingungen festgelegt werden mussten.

Zur Umsetzung der Forderungen wurde die CEN beauftragt, welche die Europäische Norm EN 1317 Fahrzeug-Rückhaltesysteme an Straßen erarbeitet hat.

Konformitätsverfahren (EN 1317-1/5)

Firmen, die diese Norm erfüllen können das CE-Zeichen erlangen und Ihre Produkte im harmonisierten Markt der Europäischen Union vertreiben.

Dazu wurde eine europäische Norm mit dem Titel „Rückhaltesysteme an Straßen“ erarbeitet, in der Anprallversuche als Beanspruchungskriterium festgeschrieben worden sind. Sie gilt für sämtliche Arten von Produkten, die als Fahrzeug-Rückhaltesysteme eingesetzt werden sollen und für die Mindestqualitätsanforderungen gelten.

Nach ihrer Einführung wird sie den Status einer europäischen harmonisierten Norm haben (DIN EN 1317) und dann  auch für alle EU-Staaten verbindlich sein.

Die darin festgelegten Prüfbedingungen stellen Beanspruchungstests dar. Sie dienen der Zulassung der Systeme für ganz Europa. Diese Zulassungsversuche gewährleisten für alle Systeme einheitliche Bedingungen bei der Prüfung und ermöglichen dadurch für den Anwender Vergleiche der Wirkungsweise verschiedener Systeme.

Aus Aufwandsgründen müssen sich Zulassungsversuche (ITT - Initial Typ Test) immer auf wenige, möglichst charakteristische Einsatzfälle beschränken.

Anmerkung: Eine umfassende Beurteilung von Systemen unter allen denkbaren Einsatzfällen ist nicht möglich.

Gegenwärtig sind sechs Bestandteile der Norm veröffentlicht:

DIN EN 1317-1: Rückhaltesysteme an Straßen; Teil 1: Terminologie und allgemeine Kriterien für Prüfverfahren; (1998)

DIN EN 1317-2: Rückhaltesysteme an Straßen; Teil 2: Schutzeinrichtung Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren; (1998)

DIN EN 1317-3: Rückhaltesysteme an Straßen; Teil 3: Anpralldämpfer; Leistungsklassen; Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren; (2000)

DIN  EN 1317-4: Rückhaltesysteme an Straßen; Teil 4: Leistungsklassen,                  Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren für Anfangs- und Endkonstruktionen und Übergänge von Schutzeinrichtungen; (2002)

DIN  EN 1317-5: Rückhaltesysteme an Straßen; Teil 5: Dauerhaltbarkeit; Konformitätsverfahren und -bescheinigung

DIN EN 1317-6: Rückhaltesysteme an Straßen; Teil 6: Fußgängerrückhaltesysteme, Brückengeländer

Prüfen der Konstruktionen (ITT- Initial Typ Test)

Zukünftig werden Anforderungsklassen an die Stelle der jetzt in den nationalen Richtlinien explizit genannten Produkt- und/ oder Systembeschreibungen treten, d.h., es werden verschiedene Eigenschaften der Systeme, wie z.B. das Aufhaltevermögen, Wirkungsbereich, Energie beim Aufprall getestet.

Jedes EU-Mitgliedsland kann aus dem Spektrum der angebotenen Anforderungsklassen seine Wahl treffen, um für spezielle Einsatzgebiete geeignete Schutzeinrichtungen mit entsprechenden Leistungsmerkmalen zu gewährleisten.

Hierunter verbirgt sich nicht die Einführung eines einheitlichen europäischen Schutzsystems, sondern lediglich die Vereinheitlichung der bisherigen nationalen Anforderungen mit weiterhin sehr unterschiedlichen Ausführungsformen der Systeme. In der Norm EN 1317-2 wird grundsätzlich festgelegt, wie die Durchführung von Anprallversuchen an Schutzeinrichtungen zu erfolgen hat und welche Bedingungen und Toleranzen dabei beachtet und eingehalten werden müssen. Sie stellt damit eine Vereinheitlichung der Prüfbedingungen von Anprallversuchen für ganz Europa dar.

Anmerkung: Computersimulationen zum Nachweis der Konformität sind nicht zugelassen. Die Aufhaltestufen müssen mittels Anfahrversuche nachgewiesen werden.

Grundsätzlich müssen zum Nachweis einer Aufhaltestufe zwei Versuche durchgeführt werden, die sich in ihrer Zielsetzung unterscheiden. Ein Versuch mit hoher Anprallenergie, d.h. mit einem Lkw oder Bus als Versuchsfahrzeug, soll das maximale Aufhaltevermögen und die seitliche Auslenkung (Querverschiebung und Durchbiegung) des Systems ermitteln. Ein Zweiter Versuch wird mit einem Pkw durchgeführt. Mit ihm soll der Nachweis erbracht werden, dass das System die Fähigkeit zum Aufhalten und Umlenken auch kleiner Fahrzeuge besitzt, ohne die Insassen einer übermäßigen Beanspruchung auszusetzen.

Das Maß der dynamischen Querverschiebung ergibt zusammen mit der Baubreite des Systems den so genannten Wirkungsbereich. Dieser Bereich muss beim Einsatz des jeweiligen Systems an der Straße vorhanden sein.

Für den Wirkungsbereich sind insgesamt 8 Klassen mit Werten von 0,6 m bis 3,5 m festgelegt. Der Wert des Wirkungsbereichs ist an die jeweils geprüfte Aufhaltestufe gekoppelt.

Neben den Anprallbedingungen und deren Toleranzen sind in der Norm vor allem die Anforderungen festgeschrieben, die an das System, an das Verhalten der Versuchsfahrzeugs und an die zu erwartende Insassenbelastung gestellt werden. Dabei muss das System vor allem das Aufhalten und Umlenken des anprallenden Fahrzeugs sicherstellen. Es dürfen sich keine wesentlichen Teile vom System lösen, und es darf nicht brechen oder reißen. In der Wechselwirkung zwischen System und Fahrzeug sind nur in begrenztem Umfang Dreh-, Kipp- oder Nickbewegungen des Fahrzeuges erlaubt. Insbesondere darf es nicht überschlagen oder umkippen. Das Abprallverhalten des Fahrzeugs nach dem Anprall ist durch die so genannte „Box“ limitiert. Sie stellt eine seitliche Grenze dar, die vom Fahrzeug nach dem Anprall mit keinem Teil überfahren werden darf.

Die Bewertung der Anprallheftigkeit (Insassenbelastung) wird anhand von Beschleunigungen analysiert, die im Fahrzeug während des Anprallvorgangs gemessen werden. Bei dem Kennwert ASI (Acceleration Severity Index) werden die dabei ermittelten Werte über ein Zeitintervall von 50 ms gemessen und mittleren Höchstbeschleunigungen mit vorgegebenen Grenzwerten, die aus biomechanischen Erkenntnissen gewonnen wurden, über eine mathematische Formel ins Verhältnis gesetzt.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen aber, dass das bisherige Konzept der Bewertung der Anprallheftigkeit mit dem ASI – niedrige Werte bedeuten ein kleines und hohe Werte ein deutlich höheres Risiko für die Insassen – zu nachvollziehbaren Ergebnissen führt.

Anmerkung: Systeme, die bereits eine höhere Aufhaltestufe erfüllt haben, sind auch für niedrigere Klassen zugelassen. Dabei werden die ermittelten Werte für die Anprallheftigkeit und den Wirkungsbereich übernommen. Diese Regelung soll die Zahl der durchzuführenden Prüfungen reduzieren. Ein sinnvoller Vergleich von Systemen, die unterschiedliche Aufhaltestufen erreicht haben, ist daher nur in Einzelfällen möglich.

Alle Originalunterlagen für die Ersttypentests – ITT der deutschen Schutzplankensysteme werden zentral von der Bundesanstalt für Straßenwesen archiviert.

Mit Brief vom 10.Juli 2002 hat die BAST die „Ergebnisse der Anprallprüfungen an Schutzeinrichtungen nach TL-SP gemäß DIN EN 1317“ bestätigt.

 

Überwachung der Fertigung (FPC - Factory Production Control)

PASS+CO hat sich verpflichtet, die Materialgütesicherung durch interne und externe Fertigungsüberwachung gemäß RAL-RG 620 nachzuweisen.

RAL-RG 620 (Reichsausschuss für Lieferbedingungen und Gütesicherung der Gütegemeinschaft für Stahlschutzplanken).

Dieser Industriestandard bezweckt die Sicherung der Güte und Qualität nach anerkannten internen und externen Prüfbestimmungen.

Die Prüfungen werden unterschieden nach:

  • Eignungsprüfungen
  • Eigenüberwachungsprüfungen
  • Kontrollprüfungen
  • Zusätzliche Kontrollprüfungen
  • Schiedsuntersuchungen

In diesem Industriestandard werden auch Neu- und Weiterentwicklungen, sowie Anwendungen für individuelle Lösungen an Straßen nach dem "Best practice"-Prinzip.

Herstellererklärungen (MDC - Manufacture Declaration Conformity)

Dauerhaftigkeit

Die Feuerverzinkung garantiert für Stahlschutzplanken einen über zwanzigjährigen Korrosionsschutz. Die Erfahrungen aus der Praxis bestätigen die folgende Untersuchung zur geschätzten Lebensdauer von Stahlschutzplanken

Zinkabtragsuntersuchung

Die Studiengesellschaft für Stahlschutzplanken e.V. ließ über einen Zeitraum von zehn Jahren eine bundesweite Untersuchung über den Verschleiß der Feuerverzinkung an Stahlschutzplankenkonstruktionen durchführen. In den Jahren 1975 bis 1985 wurden eine Vielzahl von festgelegten Stellen im jährlichen Turnus geprüft und dokumentiert. Die Messungen fanden unter Aufsicht der einzelnen Behördenvertreter statt, wobei die Festlegung der Meßpunkte unter Berücksichtigung aller möglichen Faktoren erfolgte. Insbesondere die unterschiedlichen Straßentypen, Mittelstreifen, Fahrbahnrand, ländliche Umgebung, Industriegebiete oder gar Meeresnähe wurden berücksichtigt. Nach der zehnjährigen Untersuchungsreihe kam man zu dem Ergebnis, daß die jährlichen Verschleißraten zwischen 3,4 My und 4.6 my betragen und der Durchschnitt bei 4my liegt und als unbedenklich für das Ökosystem und die Gesundheit des Menschen einzustufen ist.

Aus der zehnjährigen Untersuchungsreihe konnte gefolgert werden, daß weder Änderungen der Atmosphäre, noch die der Verkehrsmengen die Korrosionsgeschwindigkeit der Zinküberzüge an den Stahlschutzplanken merklich beeinflussen.

Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung

Alle zeichnungspflichtigen Bauteile werden mit dem Herstellerzeichen der Firma PASS+CO (Durchbruchzeichen Quadrat 10x10mm) gekennzeichnet.

Darüber hinaus werden alle kennzeichnungspflichtigen Bauteile gemäß RAL-RG 620 mit dem jeweiligen gültigen Gütesicherungsstempel (Prägestempel) gekennzeichnet.

Qualitätsmanagement (ISO 9001:2000)

PASS+CO definiert Qualität als die Erfüllung der Anforderungen und Erwartungen.

Stahlschutzplanken sind eine Sicherheitseinrichtung und der Nutzer der Stahlschutzplankenkonstruktionen muss sich auf die Konformität der Anforderungen verlassen können.

Kundenzufriedenheit und Qualitätsmanagement haben bei PASS+CO eine lange Tradition und so konnte schon 1991 das Qualitätssicherungssystem gemäß ISO 9001, kurz nach dem erscheinen der Norm, durch Lloyds Register zertifiziert werden.

Das Qualitätsmanagementsystem (QMS) ist im Qualitätsmanagement-Handbuch (QMH) beschrieben und durch Verfahrens- (VA), Arbeits- (AA) und Prüfanweisungen (PA) ergänzt.

Alle qualitätsrelevanten Aufgaben unter der Kontrolle des Herstellers im Sinne der EN 1317-5 sind im QM-Handbuch beschrieben.

Die Anforderungen der Fertigungskontrolle im Werk (FPC) an den Hersteller werden geplant, durchgeführt, geprüft und dokumentiert.

Vereinbarungen

Durch die internationale Tätigkeit der Firma PASS+CO wurden Zulassungen verschiedenen Spezifikationen umgesetzt.

Diese Aufstellung gibt einen kurzen Überblick der Zulassungen

  • Bulgarien: Zulassung vom Bauministerium gemäß EN 1317
  • Frankreich: AFAQ-AFNOR Homologation
  • Israel: Safety Commission Aproval Guardrail Products
  • Irland: National Roads Authority - Aproval of Safety Barrier Systems
  • Kroatien: IHG Zulassung
  • Polen: Technische Abrobate Barriers
  • Rumänien: Incertrans Certificate of Conformity
  • Ungarn: AKMI Genehmigung
  • Tschechien: Freigabe durch Verkehrsministerium Dopravy
  • Türkei: TCK Vereinbarung

Directive of the European Parliament and of the Council on road infrastructure safety management

Weißbuch vom 12. September 2001

Beim Ausbau der Pan Europäischen Korridore sollten die Europäischen Vorschriften berücksichtigt werden.