Herstellung von Stahlschutzplanken

Herstellung von Stahlschutzplanken

Stahlschutzplanken

Stahlschutzplanken, früher auch Leitplanken genannt, sind  Fahrzeugrückhaltesysteme (VRS: Vehicle Restrain Systems) im Sinne der Europäischen Norm EN 1317ff.

Die PASS+CO Stahlschutzplanken sind genormt und werden mittlerweile von verschienen Herstellern in mehreren Ländern gefertigt.

Amerkung: PASS+CO Stahlschutzplankenteile sind austauschbar. Die Verfügbarkeit ist europaweit verbreitet und somit auch in der Zukunft für z.B. Ausbau- und / oder Reparaturarbeiten gesichert.

Die PASS+CO Stahlschutzplankenkonstruktion wurden seit 50 Jahren ständig weiterentwickelt, mehrfach kopiert und dadurch in vielen Ländern eingeführt. Sie haben sich technisch und wirtschaftlich in Europa durchgesetzt, bewährt und erfüllen die Forderungen EN 1317.

Beschaffung und Entsorgung

Der Beschaffungsvorgang bis zur Wareneingangskontrolle ist im Qualitätsmangement Handbuch (QMH) geregelt.

Anhang: Arbeitsanweisung - Abschnitt: C-AA-MW-02 „Bestellung von Spaltband für Stahlschutzplanken“

Alle Reststoffe werden ordnungsgemäß mit schriftlichen Nachweisen durch geeignete Organisationen der Reststoffverwertung zugeführt bzw. entsorgt.

Grundmaterial Warmband

Alle PASS+CO Stahlschutzplanken werden aus Warmband der Stahlgüte S235 JRG2 (Strangguss, Aluminium beruhigt - kein Thomasstahl) mit den gewährleisteten mechanischen-technologischen Eigenschaften nach EN 10025/8.4.1 (Tabelle 4) beschafft und gefertigt.

S235JRG ist Al-beruhigter Stahl. Dieser hat sich für den Einsatz von Stahlschutzplanken bewährt und ist zur Fertigung gut geeignet und Alterermüdung wird vermieden.

Das Grundmaterial muß zur Feuerverzinkung geeignet sein, mit max.0,03% Si, wenn P<0,01% nach DIN EN 10025/7.5.4 ist.

Unberuhigte Stähle sind nicht für Stahlschutzplanken geeignet, da mit den Jahren Altersermüdung und Versprödung auftreten kann. Als Vormaterial ist beruhigter Stahl zwar ca. 10% teurer als unberuhigter Stahl, jedoch sind unberuhigte Stähle absolut ungeeignet für den Einsatz bei Stahlschutzplanken und gefährden die Verkehrssicherheit.

Das Rohmaterial wird in Coils (Warmband, Spaltband "Strips") eingesetzt und durch Nachweise gemäß EN 10204 belegt. Sowohl chemische Werte (mit Aluminium) , wie auch mechanische Werte müssen ausgewiesen werden.

 

Befestigungsmaterial

Befestigungsmaterial wie Schrauben, Muttern und Scheiben werden bei PASS+CO gemäß "single sourcing" von einem Fachbetrieb, der Firma Fuchs Schraubenwerke, Siegen beschafft.

 

Fertigungsverfahren

Die PASS+CO Stahlschutzplanken werden gemäß den Herstellerangaben, basierend auf deutschen Vorschriften des Industriestandards hergestellt, die wiederum auf staatlichen Spezifikationen basieren.

Diese staatlichen Spezifikationen beschreiben die Typen von Schutzplankenkonstruktionen und beinhaltet die Zeichnungen der notwendigen Einzelteile, sowie der zu berücksichtigten Normen EN 1317.

Die PASS+CO Fertigungsverfahren unterscheiden sich für horizontale, vertikale und sonstige Konstruktionsteile.

Ausrüstung

Die vorhandenen Anlagen, Maschinen, Geräte und Werkzeuge sind geeignet Stahlschutzplanken nach nationalen und internationalen Spezifikationen zu fertigen.

  • horizontale Teile, wie Holme und Kastenprofile werden gepresst bzw. gekantet auf Abkantpressen. Die Holme Profil A, sowie Profil B und weitere offene Profile werden auf semiautomatischen Pressen hergestellt. Hierzu ist eine Fertigungsungslinien mit 800 Tonnen Presskraft vorhanden.
  • vertikale Teile, wie Pfosten und geschlossene Profile werden profiliert auf Profilieranlagen, Die Pfosten Profil Sigma und Profil C werden auf einer Rollformanlage mit 12 Walzgerüsten und verschiedenen Werkzeugsätzen hergestellt.
  • sonstige Konstruktionsteile werden gestanzt, gelocht, gekantet auf div. Anlagen. Die Konstruktionsteile wie Distanzstücke, Abstandhalter, Klauen, Bügel, etc. werden auf diversen Hydraulik- und Excenterpressen hergestellt. Hierzu verfügt die Firma PASS+CO über einen umfangreichen Werkzeugsatz für die jeweiligen Anforderungen.
  • Radienprofile werden auf Dreiwalzenbiegemaschinen gebogen
  • Zum Schweißen von Zubehörteilen stehen Schweißroboter und diverse Handschweißerarbeitplätze zur Verfügung. Es werden die Schweißverfahren Elektrode-Hand und Schutzgas-Hand (MIG/MAG) sowie Schutzgas-Automat eingesetzt.

Anmerkung: Das Schweißen ist ein besonderes Fertigungsverfahren und die Befähigungsnachweise als Schweißfachbetrieb und die Zeugnisse der geprüften Schweißer liegen vor.

Personal

Die Leiter und Mitarbeiter sind geschult und qualifiziert die notwendigen Arbeiten auszuführen. Vorgeschrieben Befähigungsnachweise z.B. zum Schweißen sind vorhanden.

Oberflächenbehandlung

Die PASS+CO Stahlschutzplanken werden zum Oberflächenschutz verzinkt. Es kommen zwei Arten der Verzinkung zum Einsatz:

  • Feuerverzinkung - Stückverzinkung gemäß EN 1461
  • Bandverzinkung gemäß EN 10326

Feuerverzinkung -  Stückverzinkung

Die Feuerverzinkung von Stahlbauteilen hat sich als Korrosionsschutz seit Jahrzehnten bestens bewährt. Dies trifft auch für Stahlschutzplankenbauteile zu, die aufgrund dieser hervorragenden Oberflachenbehandlung über Jahrzehnte ihre Funktionstauglichkeit beibehalten.

Die Feuerverzinkung auch Stückverzinkung genannt erfolgt grundsätzlich nach der DIN EN ISO 1461.

In der Vorbereitung wird das Zusammenstellen und Beladen von Gestellen, Traversen, Körben oder sonstigen Vorrichtungen, das Andrahten oder das Befestigen von Verzinkungsgut durch Haken und/oder Ketten vorgenommen.

Anmerkung: Wichtig ist hier, dass die einzelnen Chargen verzinkungsgerecht zusammengestellt werden, dass sowohl die anschließenden Verfahrensprozesse Entfetten, Beizen, Spülen, Fluxen, Trocknen, Verzinken optimal ablaufen und in der jeweiligen Behandlungsstufe die optimale Qualität für die nachfolgende Arbeitsstufe erreicht wird, sowie der höchstmögliche Durchsatz (höchste Produktivität) in Tonnen/h bei höchster Qualität.

Die einzelnen Chargen werden möglichst mit gleichartigen und ähnlichen Produkten verzinkungsgerecht zusammengestellt, denn nur so ist es gewährleistet, dass auch in den einzelnen Vorbehandlungsbädern die entsprechenden Ergebnisse erreicht werden.

Das heißt: alle Materialien werden untereinander distanziert zusammengestellt, dass in den nachfolgenden Behandlungsstufen eine vollständige Benetzung bzw. ein vollständiger Angriff der einzelnen Medien gewährleistet ist.

Die einzelnen Vorbehandlungsschritte sind Entfetten, Beizen, Spülen, Fluxen, Trocknen. Die nasschemischen Arbeitsschritte laufen grundsätzlich in Bädern ab.

Das Entfettungsbad wird sauer gefahren, d.h. in einem pH-Bereich zwischen 3 und 4,5.  Die Grundstoffe werden von  namhaften deutschen Herstellern bezogen und haben als Basis Phosphorsäure und die erforderlichen Organica und

Netzmittel, die auf die einzelnen Fette speziell abgestimmt sind.

Da das Entfettungsbad sauer gefahren wird, genügen hier Badtemperaturen von 20-25 Grad, die mittels Elektroheizern erreicht werden.

Ein anschließendes Spülen vor dem Beizvorgang ist durch die saure Fahrweise nicht erforderlich.

Es sind ausreichend Beizplätze vorhanden, sodass immer gewährleistet ist, dass die Produkte vollständig von Rost und Zunder befreit sind und dem Verzinkungsbad in jedem Fall eine metallisch blanke Oberfläche angeboten wird.

Das Beizen erfolgt in verdünnter Salzsäure mit einer Anfangskonzentration von ca. 15% HCL und wird bei einem HCL-Gehalt von < 4% und einem Eisengehalt > 125 g/l zur Aufarbeitung extern abgegeben.

Nach dem Beizen sind zwei Standspülen angeordnet, damit die anhaftenden Eisensalze und Säurereste vollständig abgewaschen werden, um das nachfolgende Flussmittelbad nicht damit zu belasten.

Das Fluxbad besteht aus einer wässrigen Flussmittellösung, die zu 40% aus Amoniumchlorid und zu 60% aus Zinkumchlorid mit dem entsprechenden Netzmittel besteht. Das Flussmittelbad wird warm bei einer Temperatur zwischen 40 und 50 Grad gefahren.

Je nach Verfahren, ob Gestellverzinkung oder Traversenverzinkung werden die Teile anschließend durch einen Trockenofen gefahren, wobei hier dann das Flussmittel zusätzlich noch aufgetrocknet wird und die Teile mit einer Temperatur zwischen 30 und 50 Grad dem Verzinkungskessel zugeführt werden.

Der Verzinkungskessel hat die Abmessungen 5m lang, 1,6 m breit und 2,2 m tief.

Die Arbeitstemperatur liegt zwischen 445º und 450º C.

Die Schmelze genügt den Anforderungen der DIN EN ISO 1461.

Als Zinksorte wird grundsätzlich nur Feinzink mit mehr als 99,99% Zn eingesetzt.

Zusätzliche Bestandteile der Zinkschmelze sind die für den Verzinkungsprozess erforderlichen Legierungselemente Blei und Aluminium.

Die Zinkbadtemperatur wird automatisch geregelt.

Durch das permanente Ascheabschöpfen, das Hartzinkziehen, das erforderliche Nachlegieren und das Auskochen der Schmelze ist immer gewährleistet, dass sich die Zinkschmelze in einem optimalen Zustand befindet.

Die Zusammensetzung der Schmelze wird durch Analysen extern festgestellt, damit keine Umwelt belastende Stoffe verschleppt werden.

Das Verzinkungsgut wird mittels Kran auf die entsprechende Nacharbeitungsstation abgelegt.

Nach dem das Abkühlen an Luft erfolgt ist, wird die Verzinkungsqualität kontrolliert, die erforderlichen Nacharbeiten durchgeführt und die Zinkschichtdicke kontrolliert.

Die Nacharbeit beschränkt sich in erster Linie auf die Entfernung der Ablaufstellen, der Druckstellen bei Gestellverzinkung und der Nacharbeit im Bereich der Anhängepunkte.

Anschließend werden die Teile zu den entsprechenden Gebinden verpackt und stehen dann versandbereit an.

Durch permanente Überprüfung der Verzinkungsqualität und der Zinkschichtdicken ist eine gleich bleibende Qualität der Verzinkung gewährleitstet.

Der Qualitätsstandard kann durch entsprechende Zertifikate und Prüfbescheinigungen, falls gewünscht, nachgewiesen werden.