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„Die Gefährdung von Menschenleben ist nicht akzeptabel“

In der Straßenverkehrstechnik 2.2018 ist unter „Verkehrstechnik aktuell“ ein Interview mit Frau Sofia Salek de Braun (Solution Director Traffic Safety bei PTV Group) erschienen.

In vielen Teilen der Welt ist das Thema Sicherheit im Straßenverkehr ins Hintertreffen geraten. Insgesamt verzeichnet Lateinamerika die weltweit höchste Rate an Todesfällen im Straßenverkehr. Am Beispiel von Bolivien zeigt Frau de Braun auf, welche Probleme es vor Ort gibt und wie dort an der kontinuierlichen Verbesserung der Verkehrssicherheit gearbeitet wird.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die gemachten Aussagen weltweit stehen für Gefahren auf Straßen und Risiken im Straßenverkehr sind. Auf den Punkt gebracht wird festgestellt: „Die Gefährdung von Menschenleben ist nicht akzeptabel“.

Es ist allgemeingültig als sicherer Systemansatz zu erkennen, dass der Mensch fehlbar ist und dass er nur begrenzte mechanische Kräfte aushalten kann, ohne dabei verletzt oder gar getötet zu werden.

Sicherheit liegt aus Sicht von Frau de Braun in der gemeinsamen Verantwortung aller Akteure eines Verkehrssystems. Daher sollen idealerweise alle Elemente in einer integrierten Sicherheitskette zusammenspielen. Für Bolivien wurde eine auf die landespezifischen Bedürfnisse zugeschnittene „Verkehrssicherheitscharta“ mit allen interessierten Parteien in einem „Road Safety Workshop“ erarbeitet. Projektexperten erarbeiten ein nationales Verkehrssicherheitsgesetz auf Grundlage eines sicheren Systemansatzes.

Das Beispiel aus Lateinamerika zeigt Impulse auf, die auch allgemein für Europa oder speziell für Deutschland interessant sind. Die PTV Group informiert dazu am 19.04.2018 im Hauptsitz in Karlsruhe über ihre Arbeit anlässlich eines „Verkehrssicherheitsforums“ mit dem Title „Unfalldaten verstehen, Sicherheit schaffen“. Ein guter Anlass auch über passive Schutzmaßnahmen für von der Fahrbahn abkommende Verkehrsteilnehmer zu diskutieren.

Die Feststellung von Frau de Braun ist gewiss nicht anfechtbar, denn: „Die Gefährdung von Menschenleben ist nicht akzeptabel“. Ein Verkehrssicherheitsgesetz auch mit einem Recht auf passiven Schutz zur Minderung von Unfallfolgen sollte mal diskutiert werden. Als Folge würde dann auch der passive Schutz zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für von der Fahrbahn abkommende Verkehrsteilnehmer gewiss aus seiner aktuellen Sinnkrise geführt. Es macht nämlich zum Beispiel keinen Sinn, dass Straßenbaubehörden nachweislich unbrauchbar getestete Fahrzeugrückhaltesysteme wie starre Schutzeinrichtungen (wie Betonschutzwände) an Straßen aufbauen, und damit quasi die Gefährdung von Menschenleben nachweislich billigend hinnehmen. Vielleicht sollte man sich einfach an den Entwicklungen aus Südamerika orientieren und einen „Road Safety Workshop“ oder „Roundtable mit interessierten Parteien schaffen, anstatt mit Behördenwillkür und Amtsmissbrauch Menschen in Not an Leib und Leben zu gefährden. Ein Verkehrssicherheitsgesetz könnte die Täter für ihre Fehler bei Schaden haftbarmachen.